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  Das Geheimnis der Traumdeutung, Sigmund Freud auf Schloss Bellevue in Wien
   
 

Sigmund Freud, geboren am 6. Mai 1856 in Freiberg (Mähren), verstorben am 23. September 1939 in London, war ein weltbekannter österreichischer Arzt, Tiefenpsychologe und Literat. Sigmund Freud gilt als Begründer der Psychoanalyse.

Sigmund Freud erhielt 1930 für seine schriftstellerischen Arbeiten den Goethepreis der Stadt Frankfurt, welcher den "Höhepunkt seines bürgerlichen Lebens" bedeutete.

Sigmund Freud's Werk hat das 20. Jahrhundert entscheidet geprägt.

   
 

Sigmund Freud's wichtigste Entdeckungen gelten den revolutionären Einsichten über die Analyse des Traumes und dessen Bedeutung für das Seelenleben des Einzelnen.

Es ist zu vermuten, dass Sigmund Freud an seinen Freund Wilhelm Fließ auch etwas im Scherze, jedoch auch mit einem Bewusstsein auf die Bedeutung seiner Entdeckung zur Traumdeutung schrieb. Es gelang Sigmund Freud während der Sommerferien auf der Bellevue , einem kleinen Schloss im Wiener Wald die erste vollständige Analyse eines Traumes. Die "Traumdeutung" von Sigmund Freud zählt zu den wichtigsten Werken unserer Kultur. Dennoch wurden in den ersten sechs Jahren nach Erscheinen des Buches nur 351 Exemplare verkauft.

Wilhelm Fließ (1858 -1928) war in der Zeit der Entstehung der Traumdeutung ein enger Freund Sigmund Freuds, der sich Fließ in einer Weise offenbarte, wie es in der Geschichte der modernen Wissenschaften ohne Beispiel ist. Fließ war gleichsam ein Katalysator für Freuds kreativen Prozeß, wofür Freud die Bezeichnung 'Selbstanalyse' fand, die bis heute als eigentliche Geburtsstunde der Psychoanalyse gilt.

Sigmund Freuds literarisches Werk ist auch in seinen Falldarstellungen deutlich, in "Das Unbewußte" schreibt Freud: "...daß die Krankengeschichten, die ich schreibe, wie Novellen zu lesen sind und daß sie sozusagen des ernsten Gepräges der Wissenschaftlichkeit entbehren."

Im Dialog mit Fließ setzt Freud seine Selbstanalyse fort als eine Art Introspektion bei erhöhter Aufmerksamkeit für Neben- und Untertöne, für das scheinbar Bedeutungslose und Nebensächliche, vor allem für seine Träume, aber auch die seiner Patienten. Zugleich entwickelte Freud jene Kunst der Deutung symbolischer Ordnungen, die das Freudsche Werk als etwas grundlegend Neues, ja Revolutionäres ausweist.

   
 
Schloss Bellevue zur Zeit der Sommerfrische Sigmund Freud © Sigmund Freud Copyrights
 

"Das Leben auf Bellevue gestaltet sich sonst für alle sehr angenehm. [...] Glaubst Du eigentlich, dass an dem Hause dereinst auf einer Marmortafel zu lesen sein wird?:

"Hier enthüllte sich am 24 Juli 1895
dem Dr Sigm. Freud
das Geheimnis des Traumes."

Die Aussichten sind bis jetzt hierfür gering. Wenn ich aber in den neueren psychologischen Büchern [...] lese, was sie über den Traum zu sagen wissen, so freue ich mich doch wie der Zwerg im Märchen, 'dass die Prinzessin es nicht weiß'".
Brief an Wilhelm Fließ vom 12. Juni 1900.

   
 

Sigmund Freud, Gedenktafel Traumdeutung Schloss Bellevue Wien © Harald Hartmann

© Harald Hartmann, Oktober 2006

   
 
Sigmund Freud, Die Traumdeutung

Erstdruck der "Traumdeutung" von Sigmund Freud erschien Ende 1899.
Vom Verleger auf das Jahr 1900 vordatiert.
   
 

Sigmund Freud, Gedenktafel Traumdeutung Schloss Bellevue Wien © Harald Hartmann

Gedenktafel am Ort des Schloss Bellevue.
Die englische Inschrift lautet:

"Do you suppose that some day
A marble tablet will be placed on the house
Inscribed with these words:

"In this house on July 24th, 1895,
the secret of dreams was revealed to
Dr. Sigm. Freud."

At this moment I see little prospect of it.
(Sigmund Freud an Wilhelm Fliess. Belle Vue 12. Juni 1900)"


© Harald Hartmann, Oktober 2006

   
 

Sigmund Freud, Gedenktafel Traumdeutung Schloss Bellevue Wien © Harald Hartmann

Gedenktafel am Ort des Schloss Bellevue
© Harald Hartmann, Oktober 2006

   
 

Sigmund Freud, Gedenktafel Traumdeutung Schloss Bellevue Wien © Harald Hartmann

Gedenktafel am Ort des Schloss Bellevue
© Harald Hartmann, Oktober 2006

   
 

Sigmund Freud, Gedenktafel Traumdeutung Schloss Bellevue Wien © Harald Hartmann

Gedenktafel am Ort des Schloss Bellevue
© Harald Hartmann, Oktober 2006

   
 

Sigmund Freud, Gedenktafel Traumdeutung Schloss Bellevue Wien bei Sonnenaufgang © Harald Hartmann

Gedenktafel am Ort des Schloss Bellevue im Morgengrauen bei Sonnenaufgang
© Harald Hartmann, Oktober 2006

   
  Text: Wolfgang Morscher nach zit. Lit.
Fotos: Harald Hartmann
  Literatur: Sigmund Freud, Sein Leben in Bildern und Texten, Herausgegeben von Ernst Freud, Lucie Freud und Ilse Grubrich-Simitis, Frankfurt am Main 1976;
Sigmund Freud, dargestellt von Hans-Martin Lohmann, Hamburg 1998.
Sigmund Freud, Leben und Sterben, Max Schur, Frankfurt am Main 1973.
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