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Die Künstlerin Berta Hummel (Maria Innocentia Hummel) - von Ulrike Berkenhoff

Am 21. Mai 2009 jährte sich der Geburtstag von Berta Hummel. Sie wäre 100 Jahre alt geworden!
Geboren wurde sie in Massing an der Rott/ Niederbayern. Ihr Vater war Gemischtwarenhändler, wäre aber lieber Holzschnitzer oder Bildhauer geworden. Von seinen 6 Kindern hatte Berta die höchste künstlerische Begabung. Bereits in der Volksschule hatte sie eine 1 in Zeichnen!

Als gute Schülerin wechselte sie 1921 auf die Höhere Mädchenschule in Simbach am Inn, wo ihr Talent
weiter gefördert wurde, vom Vater  unterstützt. 1927 Aufnahmeprüfung an der Staatlichen Kunstgewerbeschule in München, die sie als Zweitbeste ihres Jahrgangs mit 18 Jahren abschloß. Sie war eine ausgezeichnete Porträtzeichnerin (Kohle, Aquarell). Ihr Studium schloß sie 1931 als Klassenbeste ab,
ausgezeichnete Karrieremöglichkeiten boten sich. Doch bereits ein Jahr vorher hatte sie ein Aufnahmegesuch an ein Franziskannerinnenkloster gestellt: Ich will meine Kunst in den Dienst Gottes
stellen! 1933 wurde sie aufgenommen unter dem Namen Maria Innocentia.
Nun zeichnete sie vermehrt Andachtsbilder, aber auch viele Kindermotive. Die Oberin schickte
einige ausgewählte Motive an den Ars Sacra Verlag. Daraus entwickelte sich eine rege Zusammenarbeit.
Ende 1933 waren bereits 37 Pastellbilder in Druck gegangen. Hummel-Bilder wurden bekannt, auch
durch Rezensionen in der Presse. 1934 erschien im Fink-Verlag ein Buch mit Kinderbildern und religiösen Motiven. Es war rasch vergriffen!

Nun wurde die Porzellanmanufaktur Goebel aufmerksam und bat um Vorlagen. M.I. Hummel zögerte zunächst, aber auf der Leipziger Messe 1935 wurden die ersten Hummel Figürchen vorgestellt und entwickelten sich zum Verkaufsschlager, sogar in Amerika.

Wandschmuck Bub mit Hummel © Harald Hartmann
Wandschmuck "Bub mit Hummel" von Maria Innocentia Hummel
Ein kleiner Bub schaut erschrocken durch einen Ring auf eine Hummel
© Harald Hartmann, Privatbesitz

Wandschmuck Mächen mit Hummel © Harald Hartmann
Wandschmuck "Mädchen mit Hummel" von Maria Innocentia Hummel
Ein kleines Mädchen schaut erschrocken durch einen Ring auf eine Hummel
© Harald Hartmann, Privatbesitz

Signatur Maria Innocentia Hummel © Harald Hartmann
Signatur von Maria Innocentia Hummel
© Harald Hartmann, Privatbesitz

Hummelkrippe © Harald Hartmann
Krippe von Maria Innocentia Hummel
"Hummelkrippe"
© Harald Hartmann, Privatbesitz

Den Nazis gefiel ihre Kunst weniger "Staatsjugend wird als Dreckspatzen dargestellt" forderten SA Leute sogar den Ausschluß aus der Reichskammer für Bildende Kunst. Der Ars Sacra Verlag konnte sich für seine Künstlerin erfolgreich wehren. Die Anfeindungen machten ihr jedoch zu schaffen.


Hummelmächen  © Harald Hartmann
Porzellanfigur "kleines Mädchen" von Maria Innocentia Hummel
Das Hummelmädchen trägt ein Kleidchen mit Schürze, ihre Söckchen sind heruntergerutscht
und ihre Haare schauen vom Winde verweht unter ihrem Kopftuch hervor

© Harald Hartmann, Privatbesitz

Detail Hummelmächen © Harald Hartmann
Detail vom Hummelmädchen
© Harald Hartmann, Privatbesitz

Rauchfangkehrer von Maria Innocentia Hummel © Harald Hartmann
Hummelfigur "Rauchfangkehrer"
Der kleine Bub trägt eine Leiter über der Schulter und einen Sack in der Linken

© Harald Hartmann, Privatbesitz

Stricklisl von Maria Innocentia Hummel © Harald Hartmann
Hummelfigur mit Aschenbecher
eine Stricklisl singt mit einer Amsel um die Wette

© Harald Hartmann, Privatbesitz



1939 erschien ein Buch mit 70 neuen Kinderbildnissen. 1944 wurde sie ernsthaft krank und verstarb 1946 im Kloster Sießen. Der Siegeszug ihrer Figuren währt nun schon 7 Jahrzehnte!

Ein neues Buch: Dido Nitz: M.I. Hummel. Ich will Freude machen, Ars Edition

Quellen: u.a. "Unsere Kirche" Nr. 21, 2009 (Ev. Kirchenzeitung)


   
 

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Anregungen und Ergänzungen: Berit Mrugalska