DIE ANTRISCHEN *)

An vielen Stellen im Ahrntal findet man- ziemlich versteckt - sogenannte "Antrische Löcher", uralte Probestollen aus der Zeit des Prettauer Kupferbergwerkes.

Nach der Vorstellung vieler Leute hausten dort die Antrischen, kleine Menschlein, die im Berg nach Schätzen und Edelsteinen gruben. Man bekam sie selten zu Gesicht, nur einmal, so erzählt man, habe man fast spielzeugkleine Berghämmerchen, Äxtchen, Hemdchen und andere Kleidungsstücke gefunden. Brauchten die Antrischen Milch oder Mehl, so stellten sie ungesehen leere Schüsselchen mit etwas Gold oder ein paar Münzen in der Nähe eines Bergbauernhofes ab; waren die Gefäße gefüllt, verschwanden sie plötzlich.
(gesammelt und aufgeschrieben von Steger Konrad)

*) Manche Ahrntaler sagen auch "die Antischen"

Quelle: Copyright © Konrad Steger
nach mündlichen Erzählungen von AhrntalerInnen
Fink, Hans: Zur Sagenwelt des Ahrntales. In: Das Ahrntal. Heimatkundliche Beiträge. Sonderdruck "Der Schlern" Nr. 7/8 1978, S. 89- 96.
Bei uns erzählt man... Geschichten aus dem Ahrntal. Broschüre der Klasse 3E der MS St. Johann, 1989/90.