DAS HL. ÖL BEIM KOSMASKIRCHLEIN IN SIEBENEICH

Unweit vom Kirchlein St. Kosmas und Damian oberhalb von Siebeneich ist ein großer Stein, der oben eine Eintiefe hat. In dieser fand sich öfters wunderbares Öl vor, das sehr heilsam war. Das ging viele Jahre so fort und zahlreiche Pilger stiegen zum einsamen Kirchlein empor, beteten dort und nahmen vom Wunderöle.

Später kam die Kapelle samt Zubehör in den Besitz eines geizigen Mannes, der mit dem öl Handel treiben wollte. Er ließ deshalb den Stein verschließen, damit er das öl den Pilgern um teures Geld verkaufen könne. Als nun die Pilger öl begehrten und der Besitzer nur gegen Entgelt solches ihnen geben wollte, war dasselbe bis auf den letzten Tropfen für immer vertrocknet.

Quelle: Zingerle, Ignaz Vinzenz, Sagen aus Tirol, 2. Auflage, Innsbruck 1891, S. 499