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DER BESTRAFTE FLUCHBOLD

In Kaltern lebte ein Tischler, der die Gewohnheit hatte, bei jedem Pfifferling zu fluchen. Eines Abends ging er nach Hause, und weil er an einen Stein stieß und sein Hühnerauge traf, teufelte er auf dem Weg eine geraume Zeit fort, solang ihn der Schmerz biß.

Auf einmal spazierte eine schwarze Katze neben ihm her bis zu seiner Hütte. So oft er nun fluchte, sah er immer die schwarze Katze. Zuerst war sie nur außerhalb der Hütte zu sehen, später, als der Tischler einmal wieder recht greulich fluchte, war sie schon drinnen und nicht mehr schwarz, sondern auf und auf ganz feurig.

Jetzt verging dem Mann das Fluchen; er bekreuzte sich und jagte das Tier zur Hütte hinaus. Die Katze sprang wohl hinaus, aber mitten durch die Tür, durch welche sie ein großes Loch brannte. Dieses konnte auf keine Weise mehr vermacht werden. Von da an tat der Tischler keinen Fluch mehr.

Quelle: Heyl, Johann Adolf, Volkssagen, Bräuche und Meinungen aus Tirol, Brixen 1897, S. 525