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ZUM GALGEN ENTRÜCKT

Eine halbe Stunde von Grabs liegen in der Talebene einige Güter, und dorthin wollte sich bei Anbruch der Nacht ein Grabser begeben, sein Vieh zu besorgen.

Lange lief er schon und hatte sein Ziel noch immer nicht erreicht. Er lief, bis er sich todmüde niederlegen musste, und verlor sein Bewusstsein. Als er wieder zu sich kam, befand er sich in einer fremden Gegend. Neben ihm standen gemauerte Säulen und über sich erblickte er einen Querbalken. Er hatte unter dem Galgen bei Vaduz gelegen.

Er war überzeugt, verhext gewesen zu sein, denn über den Rhein führten damals noch gar keine Brücken.

Quelle: Sagen aus Liechtenstein, Otto Seger, Nendeln/Liechtenstein, 1966/1980, Nr. 63