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Die Eilfeglocke der Protestanten

Von der großen Kirche der Protestanten, die in St. Peter gestanden hat, sind alle Spuren verloren. Im 16. Jahrhundert, in der Zeit als man die Protestanten heftigst verfolgte, kamen sie in dieser Kirche zusammen, wo sie die neue Lehre ohne Gefahr verkünden konnten. Als Pfarrer diente hier Peter Gazumpf, der den Zölibat nicht beachtete. Eines Nachts versank diese Kirche mitsamt den darin befindlichen Menschen. Das Unglück brach überraschend herein. Nur die „Eilfeglocke“ blieb erhalten, die dann mit einem Fuhrwagen, vor den schwarze Ochsen gespannt wurden, zur Kirche nach St. Peter geführt wurde. Diese Glocke diente bei Türkenangriffen zur Täuschung. Die Türken kämpften nur bis zwölf Uhr mittags. Man hat die Eilfeglocke beim Herannahen der Türken jedoch schon um elf und nicht um zwölf Uhr geläutet, wonach die Türken St. Peter nicht angriffen und vorbeizogen.

Auf der Glocke befindet sich die Aufschrift: „Hanns During goß mich anno Domini MCXXXIII“.

Quelle: Johann Schleich (Hg.), Der steirische Sagenschatz, Graz 1999, S. 383.