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Die Teufel im k. k. Ferdinandeum

Die Pfarrkiche Maria im Elend in Straßgang war bis ins späte 18. Jahrhundert in ihrem Inneren, wie viele andere Kirchen zur damaligen Zeit, mit „Mirakelbildern“, Votiv- oder Opfertafeln, geschmückt. Erst Kaiser Josef schaffte sie aus allen Gotteshäusern ab.

Die merkwürdigste Votivtafel stammte aus dem Jahre 1640: Im k. k. Ferdinandeum in der Färbergasse 11 stiegen allabendlich die Teufel mit lautem Gelärme und Gepolter auf dem Dach des Hauses herum.

Dies beunruhigte und schreckte die Schüler, die im Haus lebten, so sehr, daß bald keiner mehr dort zu wohnen wagte. Es half kein Beten und keine Anrufung.

Da kam eines Tages ein Präfekt des Hauses auf den Einfall, eine Bittprozession in die Straßganger Kirche zu veranstalten und eine Opfertafel zu geloben. Dies hat geholfen, denn von da an wurde kein Teufel mehr in der Schule gesehen oder gehört. Diese Prozessionen wurden nun alljährlich wiederholt.

Quelle: Peter Leardi, Denkwürdigkeiten der k. k. Haupt-Dechantey-Pfarre, Straßgang in Steyermark.
In: Annemarie Reiter (HG.), Grazer Sagen und Geschichten, Graz 1996, S. 142.