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Das wundertätige Gnadenbild zu Mariahilf

Der Guardian des Minoritenkovents am Mariahilfer Platz, Pater Cornelius Tortella, hatte einen Traum, in dem ihm die Gottesmutter erschien. Er beauftragte daraufhin den bekannten Maler Pietro de Pomis ein Muttergottesbild zu malen, genauso wie er Maria im Traum gesehen hatte. De Pomis malte das Bild und der Künstler selbst war von seiner Arbeit so begeistert, dass er das Bild zu den vereinbarten Bedingungen nicht hergeben wollte. Die Minoriten forderten nun das Bild, doch de Pomis blieb stur. Da erblindete der Künstler und verzweifelt rief er aus: „Maria hilf! Maria hilf!" De Pomis gelobte, dass er das Bild, falls er wieder sein Augenlicht zurückbekomme, fertigstellen und den Minoriten übergeben werde. Plötzlich sah er wieder und diesmal hielt er sein Versprechen. Das Bild hat auch den Namen „Maria hilf erhalten.

Zur selben Zeit befand sich ein steirischer Edelmann in türkischer Gefangenschaft. In einem Traum erschien ihm die von Engeln umgebene Gottesmutter. Sie sagte zu ihm: „Fliehe getrost, ich will dir dabei helfen! Wenn du dann nach Graz kommst, suche dort ein Bild, das genauso aussieht, wie ich dir heute erschienen bin. Vor diesem Bild sollst du mir ein Dankopfer bringen!" Der Edelmann entfloh und in Graz angekommen suchte er nach dem Bild. So kam er auch in die Werkstätte von de Pomis, wo er das Bild sofort erkannte: „Gottlob, endlich habe ich das Bild gefunden!"

Heute hängt dieses Marienbild als Hochaltarbild in der Minoritenkirche.

Quelle: Johann Schleich (Hg.), Der steirische Sagenschatz, Graz 1999, S. 381.