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Wie die Kirche von Söchau entstand

In Ungarn, nicht allzu weit von der steirischen Grenze, lebte einst ein Graf in glücklichster Ehe mit seiner schönen Gemahlin. – Als aber eines Tages sich dem Wohnsitz der beiden wilde Feindscharen näherten, bangte der Graf um das Leben seiner Frau und brachte sie in die feste Riegersburg, wo sie sicher und gut aufgehoben war. Er selbst kehrte nach Ungarn zurück, sammelte mit Hilfe seiner Freunde ein Heer und besiegte und vernichtete die Raubscharen. – Dann ritt er auf dem kürzesten Weg – von Sehnsucht getrieben – durchs breite Rittscheintal, um seine geliebte Gemahlin in die befreite Heimat zurückzuführen. Die Gräfin hatte jedoch schon vom glänzenden Sieg ihres Gatten Kunde erhalten und zog ihm freudestrahlend entgegen. Mitten im Rittscheintal trafen sie zusammen, und der Graf schloss überglücklich seine schöne Frau in die Arme.
Als Dank für den Sieg und zur Erinnerung an das Wiedersehen mit seiner Frau ließ der Graf an der Stelle, wo sie zusammengetroffen waren, eine Kirche bauen, die dem heiligen Veit geweiht wurde. So die Sage vom Ursprung der Söchauer Kirche.

Quelle: Brauner Franz (Hrsg.), Die Oststeiermark, in: Was die Heimat erzählt, Heft 11 S. 102 f., Graz 1953
Email-Zusendung Franz A. Rabl, Fürstenfeld, November 2008