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Feuerfack

Als einmal einige mutwillige Bauernburschen auf dem Wege im Ultentale drinnen wohl saftige, ausgelassene Reden führten, kam plötzlich rauschend und krachend eine große Fack (Schwein) vom Walde heraus, die hatte große feuersprühende Augen im Kopf und lief ihnen, die eiligst flohen, nach. Sie wären verrissen und verbissen worden, wenn nicht einer die Besinnung gehabt hätte, unter einem Fichtenbaum rasch ein Kreuz in den Staub zu zeichnen, wodurch das höllische Vieh, die Fack, welche hier vorbei mußte, nicht mehr weiterlaufen konnte, sondern wieder dahin zurückmußte, woher sie gekommen.

Ob diese Erscheinung ein Almputz war, ob in dem Schwein eine arme Christen- oder Judenseele steckte, ob es auf Erlösung hoffend umging oder nur als Schreck- oder Strafspuk bestellt war, kündet die Sage nicht, immer aber vermehrt es die nicht unwichtige Sagenkunde von den spukenden Tieren.

Quelle: Deutsche Alpensagen. Gesammelt und herausgegeben von Johann Nepomuk Ritter von Alpenburg, Wien 1861, Nr. 279.