Der Ewige Jude.

In vielen Gegenden Tirols erzählt das Voll vom unseligen Ahasverus, dem Ewigen Juden, der dem Heiland keine Rast gönnte, als er mit dem schweren Kreuz auf dem Rücken an der Schwelle des Hauses ausruhen wollte, wo Ahasver wohnte. Das Volk von Tirol nennt ihn aber nur den "Umgehenden Schuster". Wer ihm begegnet, den schaudert es eiskalt und es faßt jeden eine Unrast, die solange dauert, bis er einen Fremdling beherbergt hat.

In Schwaz soll der "Umgehende Schuster" erst zweimal gewesen sein. Beim ersten Male war Schwaz eine Erlenau und es stand nur das Michaelskirchlein, beim zweiten Male war es eine große Ortschaft, beim dritten Male wird es wieder eine Erlenau sein.

Quelle: Schwazer Sagen und Volksmärchen, mitgeteilt von Alois Prantauer, in: Tiroler Heimatblätter, 9. Jahrgang, 1931, Heft 10, Oktober 1931, S. 347.