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Der Friedhof von St. Marx
Im Schatten des Meisters - Von Engeln beweint
© Harald Hartmann

Der Friedhof von St. Marx © Harald Hartmann

Der Friedhof von St. Marx
© Harald Hartmann, Oktober 2005

Engel am Friedhof von St. Marx © Harald Hartmann

Engel am Friedhof von St. Marx
© Harald Hartmann, Oktober 2005

Eingekeilt zwischen der meist befahrenen Strasse Österreichs, der Südost-Tangente und der Bahntrasse nach Hainburg findet sich die wohl seltsamste unter den vielen Parkanlagen Wiens: Der Friedhof von St. Marx. Nur eine unauffällige Tafel des Wiener Stadtgartenamtes erinnert daran, dass dieser Friedhof schon lange aufgelassen ist. Auf einer Fläche von mehr als einem halben Quadratkilometer reihen sich zwischen Sträuchern verborgen die Gräber einer versunkenen Welt. Der 1784 eröffnete Friedhof wurde mit der Errichtung des Wiener Zentralfriedhofes geschlossen, lag verlassen da und drohte zu verfallen. Die vier übrigen Wiener Kommunalfriedhöfe, wurden zu Parks umgewandelt. 1937 wurde das Areal unter Denkmalschutz gestellt und der Öffentlichkeit zur Benutzung freigegeben.

Betritt man diesen einzigen vollständig erhaltenen Biedermeier-Friedhof durch die aus Ziegeln errichtete Toranlage, so findet man sich in einer anderen Welt wieder. Schiefe Steine in den grasbewachsenen Gräberzeilen, bemooste Platten und alte Bäume lassen eine seltsame Stimmung aufkommen. Das Wissen um den Genius Loci, den Meister, wie ihn der Pianist Friedrich Gulda stets nur nannte, führte einen zu seinem Grabmal. Ein trauernder Engel mit erloschener Fackel beweint Mozart.

Grab Wolfgang Amadeus Mozart, Wien © Harald Hartmann

Grabstätte Wolfgang Amadeus Mozart am Friedhof St. Marx in Wien
© Harald Hartmann, Oktober 2005

 

Mozartgrab Wien © Harald Hartmann

Grab Wolfgang Amadeus Mozart am Friedhof St. Marx in Wien
© Harald Hartmann, Mai 2006

 

Fliederblüte Friedhof St. Marx Wien © Harald Hartmann

Fliederblüte am Friedhof St. Marx in Wien
© Harald Hartmann, Mai 2006

Immer wieder begegnet man trauernden Engeln an diesem Ort, so als wüssten sie, dass im Schatten des Meisters noch andere Größen ihre letzte Ruhe gefunden haben:

Grabstätte Georg Albrechtsberger am Friedhof St. Marx © Harald Hartmann

Grabstätte Georg Albrechtsberger am Friedhof St. Marx in Wien
© Harald Hartmann, Oktober 2005

Johann Georg Albrechtsberger (1736 - 1809), ein Komponist und Musiktheoretiker. Er wurde am 3. Februar 1736 in Klosterneuburg geboren und starb am 7. März 1809 in Wien. Albrechtsberger war Nachfolger Mozarts als Domkapellmeister zu St. Stefan und der Lehrer von Ludwig van Beethoven.

Grabstätte des Komponisten Josef Strauß und dessen Mutter Anna Strauß am Friedhof St. Marx in Wien © Harald Hartmann

Grabstätte des Komponisten Josef Strauß und dessen Mutter Anna Strauß am Friedhof St. Marx in Wien
© Harald Hartmann, Oktober 2005

Joseph Strauß (1827 - 1870), über den sein Bruder Johann Strauß sagte: "Ich bin der populärere von uns beiden, Pepi aber ist der begabtere…"

Grabstätte Anton Diabelli, Friedhof St. Marx in Wien © Harald Hartmann

Grabstätte Anton Diabelli, Friedhof St. Marx in Wien
© Harald Hartmann, Oktober 2005

Anton Diabelli (1781 - 1858), ein österreichischer Musikverleger und Komponist. Er wurde am 5. September 1781 in Mattsee geboren und starb am 8. April 1858 in Wien. Diabelli war ein Schüler von Michael Haydn und Freund Beethovens. Dieser schrieb seine Diabelli-Variationen über ein Walzerthema von ihm. Diabelli war auch der Hauptverleger Franz Schuberts.

Moriz Michael Daffinger (1790 - 1849), ein Porträt- und Blumenmaler des Biedermeier, dem die Ehre zuteil wurde, mit seinem Portrait die 20-Schilling Banknote zu schmücken.

Alois Negrelli, Ritter von Moldelbe (1799 - 1858) war ein österreichischer Ingenieur und Pionier des Verkehrsbaues. Von ihm stammt die Planung für den Suezkanal.

Grabstätte Josef Madersberger, Friedhof St. Marx in Wien © Harald Hartmann

Grabstätte Josef Madersberger, Friedhof St. Marx in Wien
© Harald Hartmann, Oktober 2005

Josef Madersperger (1768 - 1850), aus Kufstein. Er lernte Schneider und konstruierte die erste Nähmaschine. Ab 1790 in Wien, beschäftigte er sich mit deren Konstruktion. Nach ersten Versuchen der Nachahmung der "nähenden Hand" baute er bis 1814 seine erste Nähmaschine. Das Öhr war an der Spitze der Nadel, man konnte so einen Endlosfaden verwenden. Madersperger verwertete das 1815 verliehene Privileg nicht, und es erlosch nach 3 Jahren. Er schenkte seine Nähmaschine Polytechnischen Institut und starb völlig verarmt am 2. Oktober 1850 Wien im Wiener Versorgungshaus.

Besuchszeiten Friedhof St. Marx, Wien © Harald Hartmann

Besuchszeiten Friedhof St. Marx, Wien
April 7.00 - 17.00
Mai 7.00 - 18.00
Juni - August7.00 - 19.00
September 7.00 - 18.00
Oktober 7.00 - 17.00
November bis März: bei Tageslicht

"Dieser alte St. Marxer Friedhof als letzter Biedermeier-Friedhof der Welt, steht unter Denkmalschutz. Er wurde für die Bevölkerung als Erholungsort freigegeben. Es möge daher jeder Besucher diese Gedenkstätte würdigen und zur Erhaltung beitragen. Mag. Abt. 42"
© Harald Hartmann, Oktober 2005

Teil 2 >> Impressionen Friedhof St. Marx, Wien

Quelle: © Harald Hartmann, 2. Oktober 2005