SAGEN.at >> Informationen, Quellen, Links >> Dokumentation >> Kinderreime und Kinderspiele >>                                                                                                                           Macht auf das Tor, Alte deutsche Kinderlieder, Maria Kühn, 1921

   
 

Bei Tische.

Wenn das Kind etwas nicht gern ißt.

Bum bam beier.
Die Katz' mag keine Eier.
Was mag sie dann?
Speck aus der Pfann'!
Ei wie lecker ist unsere Madam!

*

Lirumlarum Löffelstiel,
Alte Weiber essen viel,
Junge müssen fasten,
Brot liegt in dem Kasten,
Messer liegt daneben:
Ei! was ein lustig Leben!

*

Hau dich nit, stich dich nit, brenn dich nit,
Suppen ist heiß,
Schneider, wenn du reiten willt,
Setz dich auf die Geis.

*

Hans, hou di nid und stich di nid,
Es isch ke Dokter hie,
Und wenn di housch, und wenn di stichsch,
So isch's mit dir vorby.

*

Fünf Engel haben gesungen,
Fünf Engel kommen gesprungen:
Der erste bläst das Feuer an,
Der andre stellt das Pfännel dran,
Der dritte schütt' das Süppchen 'nein,
Der vierte tut brav Zucker drein,
Der fünfte sagt: 's angericht:
Iß, mein Kindchen, brenn dich nicht!

*

Spys Gott, tränk Gott
Alli arme Chind,
Di uf Ärde sind. Ame.

*

Wer zu Tisch geht,
Sprech ein Tischgebet!
Wer sich früher setzt,
Wird nicht ganz geletzt.
Wer's vergessen hat,
Wird gewiß nicht satt.


Quelle: Macht auf das Tor! Alte deutsche Kinderlieder, Maria Kühn, Königstein im Taunus und Leipzig 1921, S. 35f
Für SAGEN.at korrekturgelesen von Werner Haas, Dezember 2005.
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