SAGEN.at >> Informationen, Quellen, Links >> Dokumentation >> Kinderreime und Kinderspiele >>                                                                                                                           Macht auf das Tor, Alte deutsche Kinderlieder, Maria Kühn, 1921

   
 

Ich ging einmal nach Engeland.


Ich ging einmal nach Engeland,
Begegnet mir ein Elefant,
Elefant mir Gras gab,
Gras ich der Kuh gab,
Kuh mir Milch gab,
Milch ich der Mutter gab,
Mutter mir 'nen Dreier gab,
Dreier ich dem Bäcker gab,
Bäcker mir ein Brötchen gab,
Brötchen ich dem Fleischer gab,
Fleischer mir ein Würstel gab,
Würstel ich dem Hundel gab.
Hundel mir Pfötel gab,
Pfötel ich der Magd gab,
Magd mir einen Klitsch gab.

*


Der Wind, der weht,
Der Hahn, der kräht,
Der Fuchs saß auf dem Zaune
Und pflückt sich eine Pflaume.
Ich sprach, er sollt' mir eine geben,
Er sprach, er wollt' mir Steine geben.
Da nahm ich meinen Stachelstock
Und schlug ihn auf den Kehlkopf.
Da rief er: Meister Jakob!
Jakob, Jakob, laß mich leben
Ich will dir alle meine Pflaumengeben

Nein, du sollst mir Stroh geben,
Stroh will ich Mutjen (Kuh) geben,
Mutjen soll mir Milch geben,
Milch will ich der Mutter geben,
Mutter soll mir Pfennig geben,
Pfennig will ich dem Backer geben,
Bäcker soll mir Semmel geben,
Semmel will ich der Katze geben,
Katze soll mir Mause fangen,
Die will ich in den Schornstein hangen.

*


(Zeichnend:)

Punkt, Punkt, Komma, Strich,
Fertig ist das Mondgesicht,
Und zwei kleine Ohren dran,
Fertig ist der Hampelmann.


*


Hans, mein Sohn, was machst du da?
Vater, ich studiere."
Hans, mein Sohn, das kannst du nicht!
Vater, ich probiere."
Hans, mein Sohn, du ärgerst mich.
Vater, das ist mode."
Hans, mein Sohn, ich schlage dich.
Aber nicht zu Tode."

*


Geliebte in dem Herrn!
Der Äpfel hat acht Kern';
Acht Kern' hat der Äpfel,
Die Wurst hat zwei Zepfel;
Zwei Zepfel hat die Wurst,
Der Bauer leidet großen Durst;
Großen Durst leidet der Bauer,
Das Leben wird ihm sauer;
Sauer wird ihm das Leben,
Distel sind keine Reben;
Reben sind keine Distel,
Das ist die ganze Epistel.

*


Ich bin der Herr Pastor
Und pred'ge euch was vor,
Und wenn ich nicht mehr weiter kann,
So fang' ich wieder von vorne an.

*


Hier steh' ich auf der Kanzel
Und pred'ge wie 'ne Amsel.
Des Morgens kräht der Hahn,
Dann geht meine Predigt an;
Des Mittags plärrt das Kalb,
Dann ist die Predigt halb.
Des Abends pfeift die Maus,
Dann ist die Predigt aus.

*


Ein Huhn und ein Hahn,
Die Predigt geht an,
Eine Kuh und ein Kalb,
Die Predigt ist halb,
Ein' Katz und ein' Maus,
Die Predigt ist aus,
Geht alle nach Haus
Und haltet einen Schmaus.
Habt ihr was, so eßt es,
Habt ihr nichts, vergeßt es,
Habt ihr ein Stückchen Brot,
So teilt es mit der Not.
Habt ihr noch ein Brosamlein,
So streuet es den Vögelein.

*


Spannenlanger Hansel,
Nudeldicke Dirn'.
Gehen wir in Garten,
Schütteln wir die Birn'

*


Schüttel' ich die großen,
Schüttelst du die kleinen,
Wenn das Säckel voll ist,
Geh'n wir nach der Heimen.

*


Säge, Säge, Bock, Bock,
Schneider flick mir 'n Rock, Rock!
Eins, zwei, drei:
Muß er fertig sei!

*


Komm, mer wend*),in d' Haselnuß!
D' Haselnuß sind no net reif.
Komm, mer wend ins Besenreis!
's Besenreis hat no koin Laub.
Komm, mer wend in Tannenwald!
D' Tannenwald ist viel zu dick.
Komm, mer wend ins Haberstrauh!
's Haberstrauh ist viel zu hart.
Komm, mer wend ins Federbett!
's Federbett ist viel zu lind.
Komm, mer wend in Mutterschoß!
D' Mutterschoß ist viel zu klein.
Komm, mer wend in Himmel 'nein!
*) wir wollen.

Quelle: Macht auf das Tor! Alte deutsche Kinderlieder, Maria Kühn, Königstein im Taunus und Leipzig 1921, S. 58ff
Für SAGEN.at korrekturgelesen von Werner Haas, Dezember 2005.
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