SAGEN.at >> Informationen, Quellen, Links >> Dokumentation >> Kinderreime und Kinderspiele >>                                                                                                                           Macht auf das Tor, Alte deutsche Kinderlieder, Maria Kühn, 1921

   
 

Wenn das Kind unfreundlich ist.

Mareile, was denkst
Aß d's Chöpfli so henkst,
Aß d's Näsli so streckst,
Kes Wörtli meh redst?

*

Mein Kindlein ist klein.
Das bild't sich viel ein,
Jetzt mag es mich nimmer;
's muß aber nicht sein.

*

Der Müller tut mahlen,
Das Rädle geht 'rum.
Mein Kind ist erzürnet.
Weiß selbst nit warum.

*

Was guckst du mich an?
Hab' schon einen Mann,
Warst du früher gekommen,
Hätt' ich keinen genommen.

*

Vogelscheuche.

Ich hab' e bös Schätzle,
Wenn's immer so bleibt,
So stell' ich's in Garten,
Daß es die Vögel vertreibt.

*

Wat sust du denn so suur uut?
"So seh ik van Natur uut."

*

Weene man nich, weene man nich,
Im Ofen stehn ja noch Klümpe für dich.

*

Vögel, die nicht singen,
Glocken, die nicht klingen,
Pferde, die nicht springen,
Pistolen, die nicht krachen,
Kinder, die nicht lachen:
Was sind das für Sachen?

*

Auf ein weinerliches Kind.

Dreilirum, dreilarum,
Use Trientjen will starven;
Wi willt er begraven
Mit Kringeln und Klaben,
Mit vuller Musik;
Denn sunt wi se quit.


Quelle: Macht auf das Tor! Alte deutsche Kinderlieder, Maria Kühn, Königstein im Taunus und Leipzig 1921, S. 34
Für SAGEN.at korrekturgelesen von Werner Haas, Dezember 2005.
© www.SAGEN.at