Dei Unnereerschka.
Baltische Studien 1833.
Eine ull Geschichte, de vör ulla Tieda gescheine is! Da was hamål ein Schäper, dei hädd na Dudelsack, up dem hei sick bi de Schåpe im Fild wat vördudeld. As hei nu emål sick wat spähld und blaus, da fund sick vör em ne Pogge, dei sprung so, as wenn sei na Noda danzd. Dit sach dei Schäper e Wielka tau; un as dieß Pogg sick doch to narsch hädd, wuhl hei se mit dem Faut wegstöte, un dunn verloos sei sick. Üm ne klein Wielka fund sich nu ein Unnereerschka tau em un fraug em: "Mi leiw Schäper! wuhl hei dei Pogg dodt måke?" Dei Schäper säd: "Ne, dat hädd ick nich im Wille; ma ick wunderd mi, dat dat Ding sick so putzig hädd." Dat Männka säd nu tau em: "Mi leiw Schäper! wenn hei de Pogg dodt måkt hädd, da hädd hei mi troffe; denn de Pogg was ick." - Nu batt dat Männka de Schäper, of hei nich mit em kåme wuhl un na siener Aart Lüde ein bitzka up sienem Dudelsack piepa; denn sien Dochter mäuk hüt Hochtied. Dei Schäper säd: "Dat geiht nich; denn wo wera mien Schåp bliebe?" Dat Männka versprack em, sei sulle gaud tauseihne ware. Dei Schäper leit sick berede un gieng mit em. As sei noch ein klein Ingka gienge, da mauk sick de Erd vör er up, un sei stege ne Trepp herunger un keime in ein schmuck Stuw. Da wäre all Gäst toop, dat kribbeld vullup. Man draug em veel Eten un Drinken up ne Disch un batt em, davon to geneite. Na dem Eten dudeld hei de ganze Nacht dürch, un alle klein Lüde danzde un sprunge, dat er de Keddels so wippda.
As dat Dag wurd, batt dei Schäper, sei sulle em nu wedder bi sien
Schåp henbringa. Nu kaime veel tau em, dei steike em in all sien
Foobe Karfspöhn, wovan hei nischt wüßd; denn hei hadd
im Krönka van allem Drinken. Sei brägde em up de Weg, un datsilwtig
Männka wedder up dat Flach, van wo er em håle hädd; dieß
säd em Adje un dankd em noch veelmål. - Nu kamm em dat in de
Tasche so schwohr vör, un as hei besach, wäre de Tasche vull
Karfspöhn. Da verdroot em, in der Meinung, dei Unnereerschka häwwn
em tum Närre hätt, un schmeet nu ut dem Fauderhemd de Spöhne
alle weg; aber vam Brustdauk vergatt hei. As hei nu bi Awendtied tum Schlapengahne
sick utruck, markd hei, dat dat in der Brustdaukstasch klingert; hei greep
herin, un - o Wunger! in beide Tasche wäre veel hard Dahler! Hei
markd nu, dat de Karfspöhn för sien Spehlen de Betahlung sinna
suhl. Dei Nacht wurd em sehr lang, un as hei tiedig am Dågling up
dat Flach kamm, wo hei dei Karfspöhn hadd wegschmete, fund hei nischt
wedder. Hei argerd sick sehruschka un säd tau sick, wenn em dat Glück
noch einmål passiere würd, dann würd hei sick woll beter
vörseihne. Hei was awer doch tofrede; denn sien Hochtiedspehlen hädd
hei doch gaud betahlt krege.
Quelle: Märchen und Sagen aus Hannover,
Carl und Theodor Colshorn, Hannover 1854, Nr. 67, S. 187 - 188.