DER HEILHAMER PULVERTURM

Der Turm Nr. 24 der in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts unter Leitung des Erzherzogs Maximilian d'Este rings um Linz erbauten Befestigungsanlage steht in der Heilhamer Au am linken Donauufer. Nach dem Auflassen des befestigten Lagers Linz diente das Bauwerk lange Zeit als Pulvermagazin und war durch Stacheldrahthindernisse geschützt.

Die Sage berichtet, der Turm berge einen Schatz. Inmitten seines Rundes liege ein Brunnenschacht, der schon vor dem Turmbau bestanden habe und tief in die Erde reiche. Ein Wanderbursch warf dort einst eine goldene Kugel hinein, als er sich von Räubern umgeben sah, die ihn völlig ausplünderten, aber am Leben ließen. Nun trachtete der Bursch bis an sein Lebensende vergeblich danach, die Kugel wieder zu erlangen, da sie ein Geschenk seiner Mutter war. Die Arbeiter des Turmbaues verwehrten ihm stets den Zutritt zum Brunnenschacht. Auch nach dem Tode fand seine arme Seele keine Ruhe, und so spukt es nächtlicherweile noch heute im Gemäuer des Turmes 24.


Quelle: Pfann Rudolf, Die Sage vom Heilhamer Pulverturm. Der Mühlviertler, 1949, 45, 17. 11., S. 9.

aus: Hans Commenda, Sagen in und um Linz, in: Oberösterreichische Heimatblätter, Jahrgang 21, 1967, Heft 3/4, S. 27 - 74.