Wenn's an Pankratius
gefriert,
so wird im Garten viel ruiniert. -
Pankratius und Servatius
bringen oft noch viel Verdruß.
Die Eismänner: Pankratius, Servatius,
Bonifatius, (12.-14. Mai)
Zu den Eisheiligen siehe alter MAITAG und EISHEILIGE
Zusammengestellt von © SAGEN.at
Der heilige Pankraz (Pankratius) in der gleichnamigen Kirche in Fügenberg, Zillertal (Tirol)
in dem Schrein ist das Haupt des hl. Pankraz ausgestellt
darüber die barocke Skulptur des Heiligen, mit einem Lorbeerkranz gekrönt weist er auf
das Jesus-Monogramm IHS
© Wolfgang Morscher, 4. September 2004
Volkskundliche Hintergrundinformationen:
Alle Heiligen bisher haben wir als Patrone, ja geradezu als Nothelfer zu verehren gelernt, nun aber tragen gleich ihrer drei die Bezeichnung von Wetter-Herrn! Herrn, vor deren Gewalttaten die Menschen ängstliche Scheu in sich tragen, weil sie mit verderblichen Naturerscheinungen in Verbindung gebracht werden müssen, mit Wetterunbill und Wetterschäden.
Freilich kann der Heilige selbst nicht dafür verantwortlich
gemacht werden, sondern vielmehr die Naturgewalten selbst, deren schädliches
Treiben aber das Volk auf gewisse Heilige überwälzt, als ob
diese die Auslöser wären. Dahinter verbirgt sich wiederum
so manches Ahnenerbe aus der Heidenzeit.
Man sieht dem unguten Walten dieser Wetterherrn und Wetterfrauen mit
Angstgefühl entgegen, und wie man mißgünstige Dämonen
durch Opferbrände zu beschwören suchte, ersetzte man diese
durch Bittprozessionen, um diese Wettergewaltigen gnädig zu stimmen.
Denn außer den drei Eismännern gibt es noch Gewitter- und Hagel-Herrn wie Leonhard, Oswald, Johann und Paul, oder unzeitgemäße Regenspender wie Medardus und Margerete.
Von allen die gefürchtetsten sind die drei "Azi", da sie den weitausgedehntesten und größten Schaden stiften können.
Doch der Himmel selber hat anderseits schon einen Fingerzeig gegeben, wie diesem Unheil begegnet werden könnte. Die gefährliche Reifbildung, die nachts und namentlich gegen die Morgenfrühe alles Blühen überfällt, wird durch einen umwölkten oder wenigstens umzogenen Himmel in ihren Folgen wesentlich gemildert. Es handelt sich also darum, sozusagen eine künstliche Wolkenhülle zu erzeugen und zwar durch ausgiebige Rauchentwicklung, durch das sogenannte "Reifheizen". Hier ist nicht der Ort, darauf näher einzugehen. Durch Sturmläuten der großen Glocke wird hin und hin von den Kirchtürmen die Gefahr angekündet.
Wie schon gesagt, sind die drei "Azi" an dem, was sie in ihren Nächten anstellen, völlig unschuldig und nichts in ihren Legenden könnte sie für den Schaden verantwortlich machen. Sie haben selber genug zu leiden gehabt.
Legende:
Pankratius ist vor 898 überhaupt nicht nach Deutschland vorgedrungen. Seit König Arnulfs Zeiten wählte ihn der Adel mit Vorliebe zum Patron der Burgkapellen wie beispielsweise im Schlosse Tirol.
Als stark ritterlich eingestellter Heiliger wurde er Patron der Pferde Adeliger.
Der Heilige wurde 304 enthauptet.
Quelle: Heilige im Südtiroler Volksleben, Hans Matscher, Brixen 1961, S. 24ff
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